Begriffe Zivil.Courage.Online

A (1) | C (2) | D (1) | F (1) | G (3) | H (4) | I (1) | L (2) | M (2) | R (3) | S (5) | T (2) | V (1) | W (1) | Z (2)

Scam

Damit ist Betrug und Abzocke im Internet gemeint. Meist wird man dabei von jemandem mit einer beeindruckenden Geschichte über E-Mail oder Social Media kontaktiert. Jemand sagt z.B., dass er eine Menge Geld in Sicherheit bringen möchte und deine Hilfe braucht. Es winken meistens hohe Geldgewinne, wenn man zuerst selbst Geld überweist, um angeblich eine "Sicherheit" zu gewährleisten.

Vorsicht! Wenn die Geschichte zu schön, um wahr zu sein klingt, dann ist sie ziemlich sicher Betrug! Wende dich an eine Vertrauensperson und/oder die Polizei.

Sexismus

Sexismus ist die Vorstellung, dass ein Geschlecht dem anderen überlegen sei. Meistens sind davon Frauen betroffen, wenn Männer – das sogenannte "starke Geschlecht" - als den Frauen überlegen angesehen werden. Rechtlich versteht man darunter die bewusste Diskriminierung einer Person aufgrund ihres Geschlechts.
Beispiele für Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund des Geschlechts sind sexuelle Belästigung, nicht sachlich begründbare Benachteiligung bei der Entlohnung oder Beförderung oder Benachteiligung bei Aus- und Weiterbildung im Betrieb. Bei vermuteter Diskriminierung am Arbeitsplatz bietet die Gleichbehandlungsanwaltschaft Beratung und Unterstützung an.

Grausame Beispiele für Sexismus sind die lange verbreitete "Witwenverbrennung", die weibliche Genitalverstümmelung und der Ausschluss von Frauen aus dem Bildungssystem. Sexismus ist aber auch an Beispielen im Alltag sichtbar. Viele Menschen vertreten z.B. die Meinung, dass es für eine Frau wichtiger sei, ihren Mann bei seiner Karriere zu unterstützen als selbst Karriere zu machen.

Shitstorm

Ist das Gegenteil eines "Love-Storm" und meint eine Flut an negativen Reaktionen auf einen Artikel, einen Blogeintrag, ein Posting oder ein Foto in sozialen Netzwerken bzw. im Internet.

Auch auf Interviews oder TV-Auftritte von Prominenten kann ein Shitstorm im Internet eine Reaktion sein. Oft ist es nicht möglich, diese Reaktionsflut einzudämmen oder zu kontrollieren, da sie sich durch Teilen von Kommentaren und Inhalten verselbstständigt. Ein Shitstorm kann enormen Schaden für Personen und Unternehmen anrichten.

Social Media | Social Network Site

Soziale Medien sind Online Plattformen auf denen sich die NutzerInnen miteinander austauschen und kommunizieren können. Belohnt wird dabei, wer viel mit anderen interagiert, denn das führt zu mehr Klicks, Reichweite und Likes. Etwas zu posten, worüber sich viele aufregen, entspricht also der Logik wie Soziale Medien funktionieren.

In der Regel gehören Soziale Medien großen Konzernen. Ihren Gewinn machen sie über das Schalten von Werbung auf ihren Plattformen. Auch sie profitieren davon, wenn viele NutzerInnen dort viel Zeit verbringen. Ein Soziales Medium ist also keine neutrale Infrastruktur, sondern verfolgt immer auch eigene Interessen.

Solidaritätsnetzwerke

Beispiel #UnbanNhi

März 2020: Der Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa war geprägt von antiasiatischem Rassismus. Üble rassistische Witze, aber auch Übergriffe auf offener Straße und im Internet gegen asiatisch gelesene Personen begleiteten die Pandemie. Viele Betroffene berichteten global von diesen besorgniserregenden Entwicklungen. Auf Twitter machte die deutsche Journalistin Nhi Le auf diese Tendenzen aufmerksam. Ihr Account wurde daraufhin von Twitter für 12 Stunden gesperrt, da sie angeblich gegen die Twitter-Regeln verstoßen hätte. Nachdem die Sperre bekannt wurde, gab es eine breite Solidaritätsbewegung, die unter #UnbanNhi die sofortige Entsperrung der Journalistin forderte.

Über 1.500 Mal wurde der Hashtag geteilt, und mehr als 100 Accounts teilten dieselbe Nachricht von Nhi Le, nämlich: "Alle, die Witze über Asiat*innen und Coronavirus machen, bekommen eine Schelle. Don‘t even try to wrap your racism into a joke."

Das Spannende daran war, dass der Großteil dieser Accounts für den gleichen Tweet nicht gesperrt wurde. Dabei wurde deutlich, dass es nicht um den Inhalt des Tweets ging, sondern die Anzahl der Meldungen. Die Screenshots, die zeigten, dass es für die sich solidarisch zeigenden Accounts keine Sperre gab, wurden online veröffentlicht. Twitter ist bis heute Transparenz schuldig geblieben, warum welcher Account gesperrt wird.

Der Fall zeigt deutlich, dass orchestrierten Massenmeldungen mit einer breiten Welle der Solidarität begegnet werden kann, indem man solche Sperren öffentlich macht. Diese Vorgangsweise gilt als wirksames Instrument von Solidarität, um Accounts, die auf gesellschaftliche Missstände hinweisen, zu schützen.