HeldInnen Zivil.Courage.Online

#Hasshilft

Es funktioniert so: Unter jeden Hasskommentar im Internet kann eine Grafik von HassHilft - online stehen 14 verschiedene zur Auswahl - gepostet werden.

Dies steht allen NutzerInnen im Internet offen. Jeder Post bedeutet 1 Euro für Flüchtlingsunterstützung bzw. Ausstiegsprogramme aus Rechtsextremismus. Finanziert wird diese Strategie gegen Hass durch Spenden und bekannte Unterstützende wie Thomas Schröder (Schauspieler), Stefan Spitzer (Autor) oder Tobias Garzke (Autor).

Kamla Bhasin

Unter dem Slogan wird kontinuierliche Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsschaffung für die extrem ungerechte indische Erbpraxis geleistet.

Tarana Burke

In über 85 Ländern gab es Ableger, z.B. in Spanien #YoTambien, in Frankreich #BalanceTonPorc oder Italien #QuellaVoltaChe.

Diese Online-Bewegung führte zu einer massiven gesellschaftlichen Debatte um sexuelle Belästigung und Gewalt an Frauen. Kaum ein gesellschaftlicher Bereich wurde ausgespart. Wichtiger Marker war der Fall Harvey Weinstein 2017. Gegen ihn erhoben zahlreiche Schauspielerinnen Anklage wegen sexueller Nötigungen und Vergewaltigungen. Er wurde verurteilt.

Laura Coryton

Die Studentin Laura Coryton startete im Mai 2014 eine Online-Petition auf change.org in Großbritannien gegen die Besteuerung von Menstruationsartikeln. 2015 schloss sich der britische Premierminister David Cameron der Forderung an. Diese wurde so groß, dass die britische Regierung 2016 die Besteuerung von Periodenprodukten aufhob. Dieser Fall gilt als eines der erfolgreichsten Beispiele des politischen Online-Aktivismus, der praktischen Einfluss auf die politische Gesetzgebung nahm.

Weltweit gab es Nachahmungen, die dazu führten, dass die Steuern reduziert oder gänzlich abgeschafft wurden. In Österreich wurde im Dezember 2020 die Halbierung der Mehrwertsteuer für Menstruationsartikel beschlossen.

William Mark Felt Sr.

Mark Felt gab geheime Daten zu Fällen von Amtsmissbrauch, illegalen Parteispenden, verbotenen Wahlkampftaktiken, Vertuschung eines Einbruches in den Watergate-Komplex etc. an die Presse weiter. Er traf sich mit den Journalisten in einer Parkhausanlage über einen längeren Zeitraum und erwirkte durch aktives Einschreiten die Aufdeckung der Praktiken. Sein richtiger Name blieb bis 2005 unentdeckt.

Nhi Le

Nhi Le machte auf Social Media den grassierenden antiasiatischen Rassismus im Zuge der Corona-Pandemie zum Thema und wurde daraufhin gesperrt. Ein Solidaritätsnetzwerk rund um ihre Person entstand und machte deutlich, dass Accountsperren hauptsächlich auf die Anzahl der Meldungen zurückzuführen sind und nicht auf den Inhalt.

Tanja Malle

Tanja Malle macht auf die Twitter-Sperren von Feministinnen in Österreich nach Feminiziden aufmerksam und wurde selbst dafür von Twitter gesperrt.

Erik Marquardt

Erik Marquardt hat die Hashtags #Leavenoonebehind und #Luftbrücke initiiert und damit wesentlich zur öffentlichen Sichtbarmachung von Menschen auf der Flucht und in den europäischen Elendslagern beigetragen.

Yasmine Motarjemi

Sie riskierte ihren Arbeitsplatz, um Missstände des weltweit größten Nahrungsmittelherstellers zu kommunizieren. Der Gerichtsprozess dauerte zehn Jahre und endete zu ihren Gunsten im März 2020.

Amanda Pollard und Kay Sheldon

Weitergabe von Informationen über Missstände im Gesundheitssystem trotz Kritik ihrer Vorgesetzten.

Murtaja Qureiris

Wie viele seiner Freunde nahm Murtaja Queiris an einer Fahrrad-Demonstration teil, um seine Stimme für mehr Freiheiten zu erheben. Seine Tat zeigt allen Ländern der Welt, wie brutal die saudi-arabische Regierung gegen ihre eigene Bevölkerung vorgeht, wenn Kinder auf Rädern mehr Freiheit fordern.

Robert Ranghelli und Steven Napper

Robert Ranghelli und Steven Napper verschwiegen nicht die unwürdigen Bedingungen in den Hallen ihres Arbeitsgebers, sondern kommunizierten ihre Bedenken unabhängig voneinander offen an die Öffentlichkeit.

Klaus Schwertner

Klaus Schwertner entgegnete dem rechten Shitstorm einen Blumenregen und setzte damit den Beginn eines starken antirassistischen Zeichens. Die große Beteiligung an der Glückwunsch-Aktion und die positiven Rückmeldungen übertönten die rechte Hetze.

Francesco Vincent Serpico

Frank Serpico schwebte in Lebensgefahr, weil er versuchte die gängige Korruption innerhalb der Polizei zu kommunizieren. Seine Hartnäckigkeit, sein Durchhaltevermögen und seine innigste Überzeugung für Gerechtigkeit halfen ihm, seine Situation an die Öffentlichkeit zu bringen.

Karen Silkwood

Karen Silkwood beschäftigte sich mit erhöhten Strahlenwerten und gesundheitsgefährdenden Stoffen, denen MitarbeiterInnen ausgesetzt waren. Beim Versuch ihre Erkenntnisse zu veröffentlichen, starb sie durch einen mysteriösen Autounfall.

Jeffrey Wigand

Kommunikation der bewussten, schockierenden Erhöhung von Suchtinhaltsstoffen durch ein Tabakunternehmen.